Erstmal Wurzeln bilden...

Der Orientierungsplan Baden-Württemberg im Waldorfkindergarten

Der Orientierungsplan findet auch im Waldorfkindergarten seine Umsetzung. Die Förderbereiche sind Körper, Sinne, Sozialkompetenz, Sprache und Werte/Religionen. Diese werden im Kindergartenalltag auf natürliche Weise umgesetzt. Sie sind in die Lebensbereiche integriert und finden nicht über Lernprogramme statt. Dazu einige Beispiele:

Die Aufgaben werden aus dem direkten Leben der Kinder ergriffen und nicht vorrangig kognitiv und intellektuell erarbeitet. So zählen die Kinder täglich wie viele Gedecke zum gemeinsamen Essen gebraucht werden. Beim Zubereiten des Frühstücks erleben die Kinder vierteln, achteln, oder auch beim täglichen Tücher zusammenfalten, beim Sterne schneiden oder beim Spirale wickeln der Spielbänder wird Mathematik erlebbar.

Schon mehrmals wurde durch wissenschaftliche Studien belegt, dass die Sprachentwicklung besonders mit der Bewegungsentwicklung zusammenhängt und sich wechselseitig positiv beeinflusst. Gemeinsames Sprechen und Bewegen von Versen wird täglich wiederholend über einige Wochen mit den Kindern gepflegt. In einer durchschaubaren warmherzigen Atmosphäre, die von vielen Liedern durchdrungen ist, können die Kinder vor allem durch das Naturspielmaterial sich selbst erfahren, ihre Sinne ausbilden und die Welt erkunden.

Bewusst werden die christlichen Jahresfeste gemeinsam vorbereitet, gestaltet und gefeiert. Die bei den Festen wiederkehrenden Symbole, Farben und Geschichten ermöglichen den Kindern einen kindgerechten, gefühlsmäßigen Zugang zu den großen Geheimnissen von Gott und der Welt.

Gegenseitige Achtung und der Respekt vor jedem einzelnen Kind sind die Grundlage für die Anlage von sozialen Fähigkeiten. Der Mensch lernt am Menschen.

Besonderen Raum für die Entwicklung bekommen die Phantasiekräfte, die zur Kindheit gehören, wie ein Schlaflied am Abend. So könnten sich die Kinder verwurzeln als gute physische Grundlage für eine gesunde seelische und geistige Entwicklung.